Was Nachhaltigkeit in der Versicherungswelt heute bedeutet – und wie wir das sehen

Verantwortung gemeinsam tragen – nachhaltig denken, modern absichern.
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Wer heute über Nachhaltigkeit spricht, denkt selten zuerst an seine Versicherung. Verständlich, denn das Thema begegnet einem im Geschäftsalltag eher bei der Fuhrparkplanung, in der Lieferantenauswahl oder bei Berichtspflichten, die zunehmend auch kleinere Betriebe erreichen. Im privaten Bereich beim Heizungswechsel oder beim nächsten Auto. Versicherungen wirken im Vergleich dazu wie eine eigene Welt: Verträge, Tarife, Beiträge.

Dabei verändert sich gerade hier mehr, als die Branche selbst oft signalisiert. An drei Stellen wird Nachhaltigkeit im Versicherungsgeschäft konkret – und genau diese drei Stellen betreffen Privat- wie Gewerbekunden direkt: in der Vorsorge, im Schadenfall und in der Beratung selbst.

Drei Berührungspunkte aus Kundensicht

Lassen Sie uns die drei Stellen einmal aus Kundensicht durchgehen.

Erste Ebene: die Vorsorge

Hier geht es um die vielleicht greifbarste Frage – nämlich wohin Ihre Beiträge eigentlich fließen. Bei einer privaten Lebens- oder Rentenversicherung, einer betrieblichen Altersvorsorge oder einer Gruppen-Berufsunfähigkeitsabsicherung landet das Geld nicht auf einem Konto. Es wird investiert – über Jahre, oft Jahrzehnte. Allein die deutschen Versicherer bewegen damit rund 1,9 Billionen Euro an Kapitalanlagen (Quelle: GDV) – mit entsprechendem Hebel.

Damit stellt sich für Kunden eine einfache, aber selten gestellte Frage: Fließt Ihr Geld in Branchen wie Kohle, Rüstung oder Tabak, oder in Anlagen, die nach ökologischen, sozialen und unternehmensführungsbezogenen Kriterien ausgewählt sind? Manche Tarife schließen die einen Branchen explizit aus und richten sich auf die anderen aus. Solche Produkte gibt es heute in fast jeder Vorsorgesparte – sie heißen je nach Anbieter „grüne Rente“, „nachhaltige Vorsorge“ oder ähnlich. Wie konsequent das im Detail umgesetzt wird, unterscheidet sich allerdings deutlich. Gerade bei einer betrieblichen Altersvorsorge lohnt es sich, die eigenen Prioritäten zu kennen – und einen Makler zu haben, der den Markt kennt und einordnen kann.

Zweite Ebene: der Schadenfall

Im Schadenfall zeigt sich Nachhaltigkeit auf eine andere Weise, und zwar in den Tarifen selbst. Drei typische Situationen aus dem Alltag von Gewerbe- und Privatkunden machen das anschaulich.

Ein Geschäftsgebäude oder eine Lagerhalle wird nach einem Brand teilweise zerstört. Wird beim Wiederaufbau eine Heizungsanlage in der höchsten Effizienzklasse installiert oder kommen nachhaltige Baustoffe zum Einsatz, beteiligt sich der Versicherer bei entsprechenden Tarifen an den Mehrkosten, häufig mit einem fest vereinbarten Aufschlag. Ähnliches gilt, wenn nach einem Schaden eine Photovoltaik-Anlage neu errichtet oder erweitert werden soll. Im Wohngebäudebereich greift dasselbe Prinzip.

Ein Handwerksbetrieb hat einen Totalschaden im Fuhrpark. Statt das Verbrennerfahrzeug eins zu eins zu ersetzen, schafft der Inhaber ein Elektroauto an. Einige Kfz-Tarife sehen für genau diesen Schritt eine Zusatzpauschale vor, ein Anreiz für etwas, das ohnehin überlegt wurde. Bei Elektroautos ist die Akku-Absicherung übrigens ein eigener Punkt, samt Bedienfehlern oder Schäden beim Laden. Darauf achten wir in der Beratung gezielt.

Und im Privaten: In der Hausratversicherung wird ein elektrisches Gerät durch einen Wasserschaden zerstört. Wird es durch ein Modell mit höherer Energieeffizienzklasse ersetzt, gibt es bei manchen Tarifen einen Aufschlag auf den Zeitwert. Klein im einzelnen Fall, aber ein Zeichen dafür, dass nachhaltiges Handeln auch in der Standardabsicherung angekommen ist.

Solche Mehrleistungen sind nicht selbstverständlich. Sie hängen am Tarif, am konkreten Vertragstext und nicht am Werbeauftritt eines Anbieters. Genau darin liegt unsere Aufgabe als Versicherungsmakler: prüfen, ob Ihr aktueller Schutz das mitbringt, wo es sich lohnt nachzujustieren, und an welchen Stellen der Markt heute echten Mehrwert liefert.

Dritte Ebene: die Beratung selbst

Seit August 2022 sind Versicherungsmakler verpflichtet, Sie im Vorsorgegespräch nach Ihren Nachhaltigkeitspräferenzen zu fragen – Teil der EU-Regeln zu den sogenannten ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales, gute Unternehmensführung). Für Sie als Kunde heißt das: Sie haben das Recht, das Thema aktiv anzusprechen. Und Sie dürfen erwarten, dass Ihr Berater darauf eine fundierte Antwort hat – also eine Einordnung, was am Markt verfügbar ist und was tatsächlich Substanz hat.

Dass diese Pflicht in der Praxis noch nicht flächendeckend ankam, belegt eine EY-Studie aus dem Jahr 2023: Über 80 Prozent der befragten Versicherungskunden gaben an, bisher noch nicht auf das Thema Nachhaltigkeit angesprochen worden zu sein – weder im persönlichen Gespräch noch im Rahmen einer Angebotsunterbreitung.

Der unterschätzte Hebel: Digitalisierung

Damit allein ist es aber noch nicht getan. Es gibt einen vierten Aspekt, der in der Nachhaltigkeitsdebatte oft unter den Tisch fällt – und der gerade für kleine und mittlere Unternehmen besonders relevant ist: die Digitalisierung der eigenen Prozesse.

Eine Online-Erhebung des Software-Unternehmens DATEV unter mehr als 300 kleinen und mittelständischen Betrieben bringt es auf den Punkt: 64 Prozent der Befragten verbinden ihre eigene Nachhaltigkeit eng mit Digitalisierung. 69 Prozent setzen konkret auf die Digitalisierung papierbasierter Prozesse, 44 Prozent auf Cloud-Lösungen statt eigener Hardware. Aus Unternehmenssicht ist Nachhaltigkeit damit nicht primär eine Frage der Solaranlage auf dem Hallendach – sondern auch eine Frage der Prozesse, die im Hintergrund laufen.

Eine repräsentative Bitkom-Studie ergänzt das Bild: 77 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass ihr CO₂-Ausstoß durch den Einsatz digitaler Technologien gesunken ist. Hochgerechnet könnten digitale Lösungen bis 2030 zwischen 43 und 80 Megatonnen CO₂ pro Jahr in Deutschland einsparen.

Und auch in der Versicherungswelt zeigt sich diese Bewegung. Eine weitere Bitkom-Erhebung dokumentiert: Fast die Hälfte der Deutschen möchte den Schadenfall am liebsten komplett digital abwickeln, d.h. von der Meldung bis zur Auszahlung. Gleichzeitig schaffen es die digitalen Angebote der Versicherer im Bitkom-Schulnotentest nur auf die Note 3,3. Zwischen dem, was Kunden erwarten, und dem, was die Branche liefert, klafft also eine Lücke. Genau hier kann ein gut digitalisiertes Maklerbüro einen Unterschied machen.

Weniger Papier, weniger Druckaufträge, weniger Anfahrtswege durch Videoberatung, weniger Briefverkehr im Schadenfall: Das sind handfeste Hebel im Tagesgeschäft. Mit jedem Vertrag, der digital läuft, mit jeder Schadenmeldung per App statt per Formular, mit jedem Beratungstermin per Video statt mit Anfahrt sinken Aufwand und Ressourcenverbrauch – auf Kundenseite ebenso wie auf unserer.

Für Gewerbekunden kommt dabei eine weitere Dimension hinzu: Digitale Verwaltung wird schnell geschäftskritisch. Eine Betriebshaftpflicht, deren Deckungssumme seit Jahren nicht angepasst wurde, ein Cybervertrag ohne aktuelle Risikoerfassung, eine Betriebsunterbrechungsversicherung mit Lücken – das sind keine theoretischen Risiken. Sie entstehen, wenn Versicherungsdaten nicht strukturiert gepflegt und Verträge nicht regelmäßig auf den aktuellen Bedarf hin geprüft werden.

Die Cyberversicherung verdient dabei besondere Aufmerksamkeit: Die Anforderungen der Versicherer an die IT-Sicherheit steigen, und viele Policen enthalten Klauseln, die bei unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen zur Leistungskürzung führen können. Wer hier keinen strukturierten Überblick hat, riskiert im Ernstfall seinen Versicherungsschutz.

Was wir bei Winklmaier konkret tun

Vielleicht kennen Sie das Bild: ein dicker Aktenordner im Regal, voll mit Versicherungsscheinen, Beitragsrechnungen, alten Mitteilungen – Zettelwirtschaft und Papierkram, die ausgerechnet im Schadenfall kaum auffindbar sind. Bei Gewerbekunden multipliziert sich dieses Bild gern um den Faktor sechs oder acht: Betriebshaftpflicht, Fuhrpark, Sachwerte, Mitarbeiterversicherungen, Cyber, Rechtsschutz.

Eine aktuelle Bitkom-Erhebung aus dem Sommer 2025 zeigt: 45 Prozent der Deutschen wären offen für eine App, in der sie all ihre Versicherungen anbieterübergreifend verwalten können. Bei uns ist genau das längst Alltag.

Bei Winklmaier beraten wir Sie marktübergreifend und ganzheitlich. Nachhaltigkeit ist für uns kein Verkaufsargument, sondern ein Aspekt unter mehreren. Wenn das Thema für Sie wichtig ist, nehmen wir es ernst.

Im Alltag heißt das konkret:

Winklmaier-App. Alle Ihre Versicherungsverträge an einem Ort: Vertragsübersicht, Versicherungsscheine, Rechnungen, Status laufender Schadenfälle. Was Sie über uns regeln, regeln Sie digital, ohne Ordnersuche. Bestehende Verträge lassen sich unkompliziert erfassen: Unterlagen hochladen oder abfotografieren – und der digitale Versicherungsordner steht zur Verfügung, geordnet nach Kategorien, jederzeit abrufbar.

Schäden melden in Minuten. Sie melden Schäden direkt aus der App: Foto, kurze Beschreibung, abschicken. Statt Brief oder mehrfacher Abtipparbeit. Anschließend sehen Sie in der App, in welchem Bearbeitungsstand sich Ihr Fall befindet, d.h. von der Erstmeldung bis zur Regulierung.

Termine online – Beratung per Video. Termine vereinbaren Sie bequem online über unseren Online-Kalender, auch außerhalb unserer Bürozeiten. Auf Wunsch beraten wir Sie per Video, ohne dass Sie irgendwo hinfahren müssen. Wenn Sie persönlich vor Ort sprechen wollen, geht das natürlich genauso.

Digitale Antragsstrecken und elektronische Unterschrift. Neue Verträge, Anpassungen oder Bestätigungen laufen über digitale Antragsstrecken mit elektronischer Unterschrift. Das spart Druck, Postweg und mehrfaches Hin und Her.

KI-gestützte Werkzeuge im Hintergrund. In unserem Büroalltag unterstützen uns KI-Tools dabei, Anliegen schneller einzuordnen und Routinevörgänge zügig zu bearbeiten. Eine telefonische KI-Assistenz nimmt Anfragen auch außerhalb unserer Bürozeiten entgegen, damit Sie nicht warten müssen, bis am nächsten Morgen jemand abhebt.

Ehrlich gesagt: Wir sind kein papierloses Büro. Das wäre eine Behauptung, die wir so nicht halten könnten. Aber wir reduzieren Papier konsequent dort, wo es geht, und setzen digitale Werkzeuge nicht ein, weil sie modern wirken, sondern weil sie für Sie als Kunde einen messbaren Unterschied machen. Unser Anspruch ist nicht, alles digital zu machen – sondern das zu digitalisieren, was Ihnen als Kunde wirklich hilft. Wer uns braucht, erreicht uns – im Büro in Buch am Erlbach, am Telefon oder im Videogespräch.

Verantwortung gemeinsam tragen

Nachhaltigkeit in der Versicherungswelt ist kein Etikett. Sie zeigt sich in Tarifdetails, in der Wahl der Vorsorge, in den Prozessen eines Maklerbüros – und letztlich in einer Beratung, die auf Ihre Situation zugeschnitten ist.

Sprechen Sie uns gern an. Termine vereinbaren Sie online über unseren Online-Kalender, oder Sie rufen einfach an. Beides geht.

Jetzt Termin telefonisch vereinbaren: 08709 9004213.

Quellenlinks

Alle Links wurden geprüft (Stand: Juni 2026). 

DATEV – KMU und Nachhaltigkeit (Februar 2023):  https://www.datev.de/web/de/presse/pressemeldungen/meldungen-2023/kmu-nachhaltigkeitsumfrage/

Bitkom – Digitalisierung senkt den CO2-Ausstoß der deutschen Wirtschaft https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Digitalisierung-senkt-CO2-Ausstoss-deutscher-Wirtschaft

Bitkom – Digital Finance 2024:  https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Digital-Finance-2024

Bitkom – Versicherungen: Schadensfall digital abwickeln (Juni 2025):  https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Versicherungen-Schadensfall-digital-abwickeln  (Hinweis: Aktuelle Zahl in dieser Quelle lautet „fast die Hälfte“ / ca. 48 %; im Text steht 43 %. Ggf. anpassen.)

EY – Nachhaltigkeit entscheidet über Versicherungsabschluss (März 2023):  https://www.ey.com/de_de/insights/insurance/nachhaltigkeit-entscheidet-ueber-versicherungsabschluss

GDV – Fakten zur Versicherungswirtschaft 2025:  https://www.gdv.de/gdv/themen/wirtschaft/fakten-zur-versicherungswirtschaft-2025-192940

GDV – Nachhaltigkeitsbericht 2025 (PDF):  https://www.gdv.de/resource/blob/193502/754aa0b123cdfb811c66d7168d8457b3/gdv-nachhaltigkeitsbericht-2025-download-data.pdf

BaFin – Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken:  https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Merkblatt/dl_mb_Nachhaltigkeitsrisiken.html

EU – Offenlegungsverordnung SFDR (TVO, ab 10.03.2021):  https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32019R2088

EU – Delegierte Verordnung zu Versicherungsanlageprodukten (ab 02.08.2022):  https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32021R1257